Bedenken des Schönmattenwager Ortsbeirat und der Bürgerinitiative Gegenwind – Ulfenbachtal


Mit Datum 17.03.2014 habe ich nachfolgendes Schreiben erhalten:

Maria Vogel
Rothenberger Weg 4
69483 Wald-Michelbach
An die Gemeindevertreter von Wald-Michelbach,
sehr geehrte Damen und Herren,
als Mitglied des Ortsbeirats Unter-Schönmattenwag, mit Unterstützung der Bürgerinitiative Gegenwind – Ulfenbachtal, wende ich mich direkt an Sie als Gemeindevertreter.

Während Ihres stattfindenden Abwägungsprozesses, möchte ich Sie auf eine eindrucksvolle Studie über „Windparks“ aus kommunalpolitischer Sicht hinweisen.

Sicherlich ist es auch für Sie von großem Interesse, welche Ernüchterung auch im Hinblick auf die vermeintlichen finanziellen Vorteile für die Gemeinden, andernorts eingetreten ist.

Bitte bedenken Sie, welche erheblichen Belastungen, für die Gesundheit und Lebensqualität, insbesondere für die Bewohner der Ortsteile Schönmattenwag, durch die geplante flächendeckende Aufstellung von 5-6 Windkraftrotoren (Stillfüssel) und weitere im Flockenbusch entstehen werden.

Diese „fatale Politik“ – egal von welcher Partei – bringt die Zerstörung von Natur, Landschaft, Tier und Mensch.

Stimmen Sie dagegen Gemeindegrundstücke für Windparks zur Verfügung zu stellen.

Mit mir bitten Sie viele besorgte Bürger, den an Irrtümern und Katastrophen reichen Weg bei der Einführung neuer Technologien nicht zu beschreiten und Ihre Position am Wohl und Wehe der Menschen dieser Gemeinde auszurichten.

Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Vogel

Anlage
Kommunale Windparks
Eine neue Einnahmequelle für die Ortsgemeinde?
Chancen und Risiken einer Beteiligung der Ortsgemeinde an Bau und Betrieb eines Windparks

 

Zu diesem Schreiben habe ich in den vergangenen Wochen eine ausführliche Stellungnahme geschrieben, die nachfolgend zu lesen ist:
Sehr geehrte Damen und Herren des Ortsbeirat Unter-Schönmattenwag, liebe Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind -Ulfenbachtal.

Vielen Dank für Ihr Schreiben und die Übersendung der Infoschrift der Ortsgemeinde „Weisenheim am Berg“

Gerne nehme ich als Gemeindevertreter Stellung zu ihrem Aufruf, gegen die Zurverfügungstellung von Gemeindegrundstücken zu stimmen und zu der Infoschrift, die ihrerseits als Studie betitelt wird.

Leider lässt sich in dieser Schrift keine der aufgestellten Behauptungen, bezüglich der Erträge eines dort angedachten Windparks, nachvollziehen. Die notwendigen Parameter hierfür und der Rechenweg werden nicht angeführt und somit sind die hierzu getroffenen Aussagen für mich nicht nachvollziehbar.

Leider findet man auch auf der Internetseite, außer der versendeten Schrift, keinerlei weitere Angaben zur Nachvollziehbarkeit der Berechnung. Auf einer anderen Internetseite werden die Veröffentlichung dieser auf der Internetseite der Gemeinde für den Februar 2014 angekündigt, es finden sich aber auch dort keine weiteren Daten.

Angaben zur Windhöffigkeit für den Standort, finden sich aber auf der Internetseite des Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz. [1]
Dort ist auch eine Onlinekarte mit modellierten Daten verfügbar, die allerdings leider nicht die Ortsgrenzen aufzeigt. Daher kann man dies nur durch gedankliches Übereinanderlegen der Onlinekarte und der Ortsgrenze aus Google maps einigermaßen erkennen.

Lege ich dort nun die 800m Abstandsregel von Rheinland-Pfalz zu Grunde, finden sich zwei Gebiete mit mittleren Windgeschwindigkeiten in einer Höhe von 100m über Grund zwischen 5,8 bis 6,2m/s.
Der Standort dürfte mit der Neutscher Höhe vergleichbar sein. Von dort liegen mir auch Ertragszahlen vor. [2]
Im Jahr 2013 wurden dort trotz eines ertragsschwachem Jahr
4.365.412 kWh erzeugt und man lag damit deutlich über dem geplanten Wert von 4.000.000 kWh.
Mit der aktuellen Vergütung von 9,2 Ct pro kWh [3] in den ersten 5 Jahren hat die Anlage € 401.618 Einnahmen erwirtschaftet. Geht man mal in den ersten 5 Jahren von durchschnittlich 400.000 Euro aus, wären dann schon 2.000.000 Euro. In den Folgejahren liegt die Vergütung für Windenergie an Land laut EEG bei 5,02 Ct. pro kWh (somit unter dem Bereitstellungspreis von den meisten konventionellen Erzeugeranlagen). Der Ertrag liegt dann immer noch bei € 220.880. In der Regel ist die Laufzeit von Windkraftanlagen 20 Jahre. in den restlichen 15 Jahren wird die Anlage also nochmal rund € 3,3 Millionen einspielen. summa summarum also 5,3 Millionen bei einem Invest von 3,3 Millionen.
Soweit mir bekannt wird der Strom der Windkraftanlage auf der Neutscher Höhe sogar bereits jetzt schon außerhalb des EEG mit einem höheren Betrag vermarktet, was den finanziellen Ertrag nochmal erhöhen dürfte.
Auf Grund der steigenden Energieträgerkosten im konventionellen Bereich kann zudem davon ausgegangen werden, dass schon sehr bald auch auf dem freien Markt mehr als 5 Ct. die kWh für Windstrom bezahlt werden wird.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Strom aus Windenergie an Land mittlerweile zu den günstigsten Erzeugungsarten gehört. Errechnet man nämlich die durchschnittliche Vergütung über 20 Jahre gemittelt liegt die Vergütung im Durchschnitt bei nur rund 6 Cent die kWh!
(Rechenweg: (5 Jahre x 9,2 Cent = 46 ) + (15 Jahre x 5,02 Cent = 75,3) = 121,3 dies wiederum geteilt durch 20 Jahre ergibt 6,065 Cent ) Insofern kann ich die Behauptung aus der Infoschrift mit 8,14 Cent/kWh nicht nachvollziehen, auch hier fehlen die Grundlagen der Berechnung.

Die Anlage auf der Neutscher Höhe hat 2013 im Übrigen 2129 Volllaststunden erbracht, wobei dies nicht so zu verstehen ist, dass das Windrad nur 2129 Stunden im Jahr Strom geliefert hat. Mit Volllaststunden wird vielmehr die Zeit in Stunden bezeichnet, in der mit der Nennleistung, unter Volllast, die gleiche elektrische Arbeit pro Jahr etwa in einem Kraftwerk rechnerisch erbracht werden könnte. Tatsächlich hat die Anlage im Jahr 2013 insgesamt 7025 Std. Strom geliefert und somit 80,2% des Jahres.

Hierbei ist noch zu bemerken das es sich hierbei um ein Windrad aus dem Jahr 2011 handelt und es mittlerweile noch bessere Windräder für sogenannte Schwachwindstandorte gibt die, optimal an den Standort angepasst sind, sogar bis zu 3500 Volllaststunden vorweisen können. [4]

Die Behauptung der Infoschrift, einer nicht gegebenen Wirtschaftlichkeit bei Windenergie an sogenannten Schwachwindstandorten, kann den aktuellen Erkenntnissen nicht standhalten. Zumal, wie bereits erwähnt, keinerlei Angaben zur Berechnungsgrundlage gemacht werden.

Nun zur Frage der Zustimmung durch die Gemeindevertreter. Da hierzu bereits vor langer Zeit die Weichen gestellt wurden, unter anderem dadurch, dass dem Gemeindevorstand durch die Gemeindevertretung schon sehr frühzeitig eine Blankovollmacht, durch Zustimmung des Parteienblocks der sogenannten „Wald-Michelbacher Verhältnisse“, ausgestellt wurde, hat sich dieses Thema eigentlich schon erledigt. Diese Vollmacht wiederum wurde „irgendwie“ an eine private (so die Bezeichnung der Kommunalaufsicht) Arbeitsgruppe Wind übertragen. Diese Arbeitsgruppe stellte die Weichen und traf alle Entscheidungen durchweg ohne Einflussnahme der Gemeindevertreter. Die Information der Gemeindevertreter, aber meist auch des Gemeindevorstands, erfolgt erst nach durchgeführter Entscheidung! Dementsprechend erfolgte auch die Information des Bürger stets erst im Nachhinein!

Man sieht also, die Meinung des Gemeindevertreters spielt, wie bei den überwiegenden Vorgängen im unserer Gemeinde, eigentlich keine Rolle. Abgenickt wird das, was Bgm Kunkel und sein engster Kreis vorgeben. Der Gemeindevertreter wird in unserer Gemeinde lediglich dazu benötigt diese Vorgaben zu legitimieren.
Beim aktuellen Stand der Dinge gäbe es dann auch so wie so nichts mehr abzustimmen, das Verfahren zur europaweiten Ausschreibung ist in vollem Gange und praktisch unumkehrbar.
Der Gemeinde dürften, grob geschätzt, mittlerweile Kosten von weit über € 300.000 für das Projekt Stillfüssel und den, wie sich herausgestellt hat, sinnlosen Teilflächennutzungsplan entstanden sein.
Die Gemeinde und vor allem Bgm Kunkel, als die für die Misere hauptsächlich verantwortliche Person, können also nur darauf hoffen, dass beim Stillfüssel alles klar geht und nicht doch noch das, zwischen Ober- und Unter-Schönmattenwag sowie auch am ÜWG gesichtete und somit wahrscheinlich das Stillfüssel überfliegende, Rotmilan Pärchen irgendwie dazwischen kommt und somit die Gemeinde doch noch auf den enormen Kosten sitzen bleiben könnte! In den letzten Tagen wurde zudem in diesem Bereich ein Schwarzstorch gesichtet [5] was einen weiteren Hinterungsgrund darstellen könnte.

Bgm Kunkel hat auch bereits mitgeteilt, dass sehr gute Angebote zur Ausschreibung vorliegen würden und auch die Pachteinnahmen sind bereits fest im Haushalt eingeplant! Sowie 100.000 Euro jährliche Mehreinnahmen durch Holzeinschlag in unseren Wäldern.

Mir unverständlich bleibt aber nach wie vor die Vorgehensweise der Verantwortlichen.

Es kann unmöglich sein, dass es diesen unbekannt war, dass der Windpark Flockenbusch/Brombach Nord praktisch nicht verhinderbar ist. Ebenso ist es auch kein Geheimnis, und darauf habe ich in Sitzungen mehrfach hingewiesen, dass ein Teilflächennutzungsplan in der Form wie er nun vorliegt, nämlich als reiner Verhinderungsplan, keine Zulassung erfahren wird. Dies wurde bereits durch den Kreis und das Regierungspräsidium signalisiert.

Nun hat man auch noch die verzwickte Situation, dass man
nicht zumindest die zwei Flächen in Schönmattenwag plus die Fläche zwischen Aschbach und Affolterbach im Teilflächennutzungsplan ausgewiesen hat. Somit hätte man sicher eine weit bessere Verhandlungsbasis bei der Stellungnahme zum sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen gehabt. Die aktuelle Stellungnahme zum sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen , in der der Ausschluss der Flächen außerhalb des Stillfüssel mit genau der Argumentation ausgeschlossen werden sollen, mit der man dann auch das Stillfüssel ausschließen müsste, dürfte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ins leere laufen.

Dass Herr Bgm Kunkel stets nichts von Planungen, ob nun vom Verband „Metropolregion Rhein-Neckar“ oder von der Regionalversammlung Südhessen, gewusst haben will ist möglich, aber wer soll daran noch glauben. Schließlich war er in die Gespräche des Verbands „Metropolregion Rhein-Neckar“ stets einbezogen und Landrat Wilkes war als Mitglied stets auch bei den Verhandlungen zum sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen involviert und somit dürfte Herr Kunkel auch fortlaufend informiert gewesen sein.

Meine Sicht der Dinge ist hierbei, dass der Bürger in Schönmattenwag ganz ordentlich an der Nase herumgeführt wird. Hier hätte ich mir schlicht und ergreifend einen ehrlichen Umgang mit fortwährender Information über die Tatsachen gewünscht. Aber wie soll der Bürger etwas erfahren, wenn noch nicht einmal der Gemeindevorstand, geschweige denn die Gemeindevertreter im Vorfeld informiert werden?
Eine Vorgehensweise die ganz sicher kein Vertrauen schafft und Misstrauen gegenüber den handelnden Personen und dem Projekt als solchem schürt!

Nun zu den weiteren Punkten der Infoschrift der Ortsgemeinde „Weisenheim am Berg“

In der Infoschrift wird bei der EEG-Umlage von einer Subvention gesprochen. Subvention ist aber das völlig falsche Wort. Übrigens ist auch das Wort Förderung letztlich falsch. Wir sollten uns gesellschaftlich und politisch einig darin sein, dass wir mindestens 40 % erneuerbare Energien im Stromsektor im Jahr 2020 haben sollten. Und wir wissen, dass die bestehenden Teilmärkte im Stromsystem – der Großhandelsmarkt und die Regelenergiemärkte – zusammen die dafür notwendige Finanzierung nicht leisten können. Also brauchen wir ein Finanzierungsmodell, um dieses Ziel zu erreichen.

Es würde ja auch niemand davon sprechen, dass wir Kläranlagen subventionieren müssen, weil wir sauberes Wasser haben wollen. Wir müssen Kläranlagen bezahlen, also finanzieren, aber nicht subventionieren. Und so ist das hier auch. Es besteht aus Sicht des Klimaschutzes die unbedingte Notwendigkeit [6] die Stromproduktion auf regenerative und somit praktisch CO2 freie Produktion umzustellen, also müssen wir das finanzieren.

Der aktuelle Anstieg der Umlage hätte auch bei weitem nicht so hoch ausfallen müssen, wie geschehen. Tatsächlich hat sich über diverse Parameter ein Paradoxon in der Entwicklung bei der EEG Umlage ergeben. Wie man in der Grafik gut erkennen kann begann die EEG-Umlage im Jahr 2010 sprunghaft nach oben zu steigen. [7]

Dieser sprunghafte Anstieg hängt mit dem sinkende Börsenpreis, bzw. dem EEG-Paradoxon zusammen. Das EEG-Paradoxon, das mit der neuen Berechnungsmethode der AusglMechV im Juli 2009 beschlossen wurde, führte auch in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Explosion der EEG-Umlage, was in der Grafik besonders deutlich wird.
Der Anstieg der EEG Umlage von 2013 auf 2014 wurde in hohem Maße durch dieses Paradoxon und weitere Faktoren, die nicht im Zusammenhang mit der Förderung von Windenergie an Land und Solaranlagen zu tun haben.

Der Anstieg der Umlage setzt sich wie folgt zusammen:

Faktoren in der Reihenfolge nach Höhe des Betrages anfangend vom höchsten.

Börsenstrompreis 0,36 Cent

Wind offshore (im Meer) 0,19 Cent

Ausweitung der Industrieprivilegien 0,14 Cent

Wind an Land 0,11 Cent

Solar 0,08 Cent

Biomasse 0,06 Cent

sonstiges 0,02 Cent

Man sieht also, die drei Faktoren die am wenigsten mit der Förderung von regenerativ erzeugten Strom an Land zu tun haben, haben mit 0,69 Cent gegenüber 0,27 Cent den weit höheren Einfluss.
Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass bei Rücknahme der Privilegien von stromintensiven Betrieben, auf wirklich nur die, die in der Internationalen Konkurrenz stehen, die EEG-Umlage schon deutlich sinken würde.
Auch die Anhebung der Zertifikatkosten für die klimaschädlichen CO2 Emissionen, durch deren Verknappung würde der Preis für Strom an der Börse wieder angehoben und somit die an diesen Preis gekoppelte, EEG-Umlage entsprechend sinken. Zudem würde ein Anreiz geschaffen die Emissionen in diesem Bereich zu senken, was wiederum dem Klimaschutz zu Nutzen käme.
Erkennbar wird in der Grafik auch die Entwicklung der tatsächlich ausgezahlte Vergütung an die Anlagebetreiber, also Solaranlagenbesitzer und Windkraftbetreiber, im Vergleich zu der EEG Umlage. Tatsächlich wurde im Jahr 2013 sogar weniger an diese bezahlt als im Jahr zuvor und trotzdem stieg die Umlage.

Entscheidend ist natürlich auch die Frage, wem kommen die „echten“ Vergütungen der EEG Umlage zu Gute?

Hier sind bereits fast 50% (Stand 2012) in der Hand der Bürgerinnen und Bürger [8] und somit ist der Verbleib dieser Wertschöpfung in hohem Maß in unserem Land gewährleistet.
Das Geld für Energieträgerimporte hingegen fließt in Länder wie Russland, Saudi-Arabien usw. 2012 lagen diese bei 100 Mrd Euro. [9]

Zum Thema Waldrodung

Ehrlich gesagt machen mir hier die Chinesen mehr Angst als die Windenergie! [10]
Recherchen des Bayrischen Rundfunk zu Folge werden rund 14.000 Container mit Buchenholz pro Jahr nach China exportiert. Auch das statistische Bundesamt erfasst die Ausfuhren von Buchenrohholz nach China, meldete gut 330.000 Tonnen für das Jahr 2012. Für diese Menge müsste etwa ein Areal von 2.400 Fußballfeldern Buchenwald abgeholzt werden.
In wie weit hier der Wald-Michelbacher Forst betroffen ist kann ich nicht sagen, da hierzu keine expliziten Aussagen getroffen wurden. Skeptisch macht aber der im letzten Jahr und den bereits im Haushalt 2014 und für die weiteren Jahre eingeplanten Mehreinschlag beim Holz.
Auch der Verlust eines kompletten Waldareals, des letzten Rest des Hambacher Forst, unter anderem bestehend aus Hainbuchen und Stieleichen, der dem Braunkohleabbau zum Opfer fallen soll macht mir weit mehr sorgen! Der Wald beherbergt zudem eine Kolonie der vom Aussterben bedrohten Bechsteinfledermaus. 5.500 ha groß war der Wald ursprünglich, seit 1978 wurde der Wald nun für den Braunkohletagebau unwiederbringlich gerodet.
Eine Fläche die 25.000 Windräder beherbergen könnte![11]
In seiner Einmaligkeit ist dieser Forst unwiederbringlich.

Bei unserem Wald hingegen handelt es sich um einen Wirtschaftswald der sowieso stets gerodet und wieder neu bepflanzt wird.
Es wäre sogar so, dass der Wald im Bereich der Windräder sehr sicher eine Aufwertung erfahren wird. Da nach Auskunft von Hessenforst keine ausreichende Fläche für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung steht, muss der Ausgleich in Form von wertigerem Baumbestand stattfinden.

Der Deutsche Naturschutzring schreibt in einer durchaus kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Windkraft im Wald – Wildnis ade?“ [12] unter anderem folgendes:
„…Langjährige Erfahrungen der Bayerischen Staatsforste zeigen, dass WEA keinerlei negative Auswirkungen auf den umliegenden Wald und die vorkommenden Wildtiere haben. Des Weiteren sind die benötigten Rodungsflächen minimal. Die Abstandsflächen zum umliegenden Wald betragen in der Regel nur eine Baumlänge. Es entstehen so kleine Freiflächen, die das Ökosystem Wald auflockern und ökologisch aufwerten. Demnach halten Wildtiere nur in der Errichtungsphase Abstand, danach haben sie sich sehr schnell an die Anlagen gewöhnen. So wurden zum Beispiel Rehe beobachtet, die auf den wieder begrünten Flächen direkt unter den Windrädern nach Nahrung suchten.

Waldbewohnende Vogelarten haben nach dem aktuellen Kenntnisstand im Allgemeinen keine besondere Empfindlichkeit gegenüber WEA, da ihre Lebenszyklen innerhalb von Wäldern oder nur in geringer Höhe über dem Kronenbereich der Wälder ablaufen. So entwickelt sich beispielsweise die Bestandszunahme des Schwarzstorchs in Hessen trotz einer deutlichen Zunahme von WEA in seinem Hauptverbreitungsgebiet im Vogelsberg äußerst positiv.
Ähnliches gilt für den Seeadler in anderen Bundesländern.

Anders als im Offen- und Feuchtland gibt es im Wald keine großen Sammel- oder Zwischenrast- bzw. Mauserplätze für tausende Individuen einer Art, so dass auch dieses Schutzerfordernis entfällt. Der großräumige Breitfronten-Vogelzug, aber auch der Schmalfrontenzug auf einer Breite von 250 bis 300 km, ist durch WEA nicht berührt. Die üblichen Flughöhen, insbesondere nachts ziehender Arten, liegen oberhalb des Wirkbereichs auch hoher moderner Anlagen. Einzelne niedrig ziehende Vogelarten wie die Goldhähnchen ziehen knapp über dem Baumkronenbereich, also unterhalb der Wirkzone von WEA. Die anfänglich befürchteten Massenkollisionen ziehender Vögel an WEA bei schlechten Wetterbedingungen mit sehr schlechter Sicht, wie sie von Freileitungen, Funkmasten mit roter Nachtkennzeichnung sowie von weiß beleuchteten Brücken, Gebäuden, Leuchttürmen und Bohr-, Förder- oder Forschungsplattformen auf See bekannt sind, konnten an Windenergieanlagen an Land, auch an solchen mit roter Nachtkennzeichnung, bisher nicht festgestellt werden.

Das Wissen über Kollisionsrisiken und Scheuchwirkungen von WEA ist in der Zwischenzeit deutlich differenzierter, da zunehmend Untersuchungen für oder an WEA in Wäldern durchgeführt werden. So ist das Kollisionsrisiko für Fledermäuse offensichtlich sehr stark auf die Phase nach Aufgabe der Wochenstuben und des Beginns der Herbstwanderung beschränkt. Daraus ergeben sich keine besonderen Risiken für waldbewohnende oder waldnutzende Fledermausarten durch WEA in Wäldern.
Heute sind Masten für Nabenhöhen von 139 m und mehr möglich. In Kombination mit Rotordurchmessern von 82 m verbleibt ein freier Luftraum von 98 m über Grund und von mindestens 68 m über den Baumwipfeln. Bei solchen Höhen wirken sich Verwirbelungen in Folge von Gehölzen nicht oder kaum noch auf den Ertrag der WEA aus. Zudem ist der Wirkbereich der rotierenden Flügel weit höher als der Aktionsbereich der den Wipfelraum nutzenden waldbewohnenden Vogel- und Fledermausarten. Selbst der hauptsächliche Aktionsbereich des Großen Abendseglers, der oberhalb der Baumwipfel jagt, überlagert sich nicht mit dem Wirkbereich moderner WEA.
In großflächigen Waldgebieten, die nur wenig Offenlandbereiche besitzen, sind WEA, insbesondere während der Vegeationsperiode, weitaus geringer wahrnehmbar als im Offenland. In Mittelgebirgslagen gibt es viele sichtverschattete Bereiche. Erholungssuchende suchen Windparks im Wald gezielt auf.

„Insgesamt gibt es im Wald weniger mögliche Konfliktbereiche als im Offenland. Mögliche nachteilige Auswirkungen sind kleinräumig begrenzt und kompensationsfähig.“

Fazit:

Wenn wir heute in einer „Hochrisikogesellschaft“ leben, – welche durch die hemmungslose Verfeuerung fossiler Energieträger erst das Waldsterben und dann den Klimawandel initiiert hat; – die bei Förderung und Transport von Erdöl und Erdölprodukten immer wieder unvorstellbare Schäden an hochempfindlichen Ökosystemen verursacht; – die durch den Betrieb von Atomkraftwerken nicht nur Strom, sondern auchelementare Gefahren und tonnenweise strahlende Abfälle erzeugt, für dieselbst nach 40 Jahren Nutzung noch keine Endlagerlösung für Jahrhunderttausende gefunden ist, dann ist es unverständlich, wenn an die Umweltverträglichkeit der Windenergienutzung höchste Anforderungen gestellt werden, welche auch nur mutmaßliche Folgen für Natur und Landschaft aus dem Betrieb von Windenergieanlagen sicher ausschließen wollen. Würden wir an die Genehmigung von Kohlekraftwerken und Erdölbohrungen die gleichen Anforderungen stellen wie bei der Genehmigung von Windenergieanlagen, würden kein Großkraftwerk und keine Bohrung im Meeresgrund mehr genehmigt. Selbst Hochhäuser in Siedlungsgebieten wären nicht mehr genehmigungsfähig, da bekannt ist, dass Vögel an spiegelnden Hausfassaden verunglücken. Auch bei WEA sind nur die geltenden naturschutzrechtlichen Anforderungen zu Prüfen und zu beachten.

…Überwiegend ist der Wald jedoch forstwirtschaftlich genutzt und daher meist gut erschlossen. Folge der Nutzung, aber graduell sehr unterschiedlich, ist ein Verlust an naturnahen Elementen und Strukturen als Grundlage der natürlichen Diversität. Die auch in intensiv genutzten und gut erschlossenen Wirtschaftswäldern auftretende schutzwürdige Fauna ist im allgemeinen gegenüber den Wirkungen von modernen, hohen WEA unempfindlich oder durch den Wald selbst gegenüber diesen Wirkungen abgeschirmt, wenn Horstschutzzonen beachtet und WEA nicht im Randbereich von Wäldern errichtet werden. Kleinräumig wirkende Beeinträchtigungen, welche WEA im Allgemeinen unterstellt werden können, sind durch geeignete Maßnahmen kompensierbar. So zeigt auch die Praxis, dass insbesondere Arten, die durch andere menschliche Nutzungen oder Aktivitäten beeinträchtigt sind, seien es Auerhühner, denen lichte „Kampfwälder“ vor allem in Kuppenlagen fehlen, Schwarzstörche, die keine Forellenbäche mehr in den Waldtälern finden oder Fledermäuse, für die es in den wirtschaftlich nutzbaren Bäumen noch keine oder nur zu wenig Höhlen und Ritzen gibt, durch geeignete Kompensationsmaßnahmen gefördert werden können.

Das ist bei der genehmgungsrechtlichen Bewertung angemessen zu berücksichtigen. Auf gut erschlossenen Forstflächen stellt die Windenergienutzung keinen besonderen Konflikt mit den Belangen des Naturschutzes dar. Vielmehr ist zu vermuten, dass bei vielen der nach den oben genannten Vorgaben geeigneten Flächen das Konfliktpotential geringer sein kann, als in offenen oder halboffenen Kulturlandschaften, welche ziehende Arten zur Zwischenrast nutzen oder in denen gliedernde Strukturen die Habitatqualität für generell störungsempfindliche oder gefährdete Arten aufwerten.

Alles in allem werden also Windenergieanlagen die Wildnis des Waldes gar nicht berühren. Alle tatsächlich unberührten und sich dynamisch entwickelnden, natürlichen Waldökosysteme, aber auch andere naturnahe Wälder, die wir heute nicht mehr als Wildniss bezcihnen können, können ohne Abstriche von den Entwicklungszielen einer nachhaltigen Energiepolitik von Windenergieanlagen freigehalten werden. In der Regel werden als Standorte für Windenergieanlagen nur gut erschlossene, intensiv genutzte Wirtschaftswälder in Frage kommen. Dort sind die möglichen Konfliktpotentiale überschaubar. Mögliche erhebliche Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes sind kompensierbar durch Rücknahme menschlicher Einflüsse auf wichtige Funktionen des Naturhaushaltes. Damit haben Windenergieanlagen im Wald nicht nur keine dauerhaft nachteilige Auswirkung, sondern es ergeben sich auch Möglichkeiten, die natürliche Dynamik und damit die Wildnis zu fördern.

Diese positiven Optionen greifen jedoch nur dann, wenn die Standortwahl mit der notwendigen Sensibilität durchgeführt wird und die tatsächlichen Auswirkungen von Windenergieanlagen erhoben und bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.

Insofern besteht kein Anlass zur Sorge, dass die Windenergienutzung Wildnis und damit Wald gefährdet und selbst unsere naturnahen Kulturwälder können unberührt bleiben.“

Soweit der Deutsche Naturschutzring.

 

Zum Thema Lärmbelästigung und Infraschall

Moderne Windräder sind bezüglich Lärmentwicklung mittlerweile wesentlich besser geworden und die geforderten Abstände zu Wohngebieten von 1000 Meter gewährleisten, dass eine Belästigung der Menschen weitgehend ausgeschlossen werden kann.

Was den Infraschall betrifft will ich nicht ausschließen, dass es möglicherweise vereinzelt sensible Menschen gibt die diesen, für Menschen unhörbaren, Schall auf irgendeine Art und Weise wahrnehmen können.
Eine generelle Gesundheitsbelastung dürfte sich aber hierüber wohl kaum ableiten lassen, schließlich ist Infraschall in unserer Umwelt allgegenwärtig. Kühlschränke, Heizungspumpen und Kraftfahrzeuge erzeugen Infraschall. Bei einer Bahnfahrt oder im Flugzeug ist man Infraschall ausgesetzt.[13] So gesehen müssten eigentlich die meisten Menschen krank werden. Hier insbesondere Berufskraftfahrer, sind diese doch im allgemeinen die meiste Zeit Infraschall ausgesetzt. Sowohl während der Fahrt als auch bei den Pausen durch die vorbeifahrenden Fahrzeuge. Aber auch Bahn- und Flugbegleiter sind viel Zeit Infraschall ausgesetzt.

Thema Eiswurf und brennende Windräder

Eiswurf
Moderne Anlagen erkennen Eisansatz mittels Sensoren und schalten automatisch ab um Eiswurf zu vermeiden. Moderne Anlagen verfügen bereits standardmäßig über eine Heizung in den Rotorblättern, damit eine Abschaltung in den eher windstarken Wintermonaten gar nicht erst notwendig wird.

Brandschutz
Brandschutz beginnt bereits bei der Konzeption und Konstruktion der Anlage. Wenn Windkraftanlagen im Wald zu betreiben wären, sind die Anforderungen besonders hoch. Die folgenden, technisch am Markt verfügbaren Vorkehrungen umfassen:

Konstruktionsprinzip:

    • getriebeloses System (wo kein Getriebe, da kein Getriebeöl)
    • wenige und langsam drehende Teile
    • Trockentransformator im Turmfuß
    • integrierter Blitzschutz in den Rotorblättern
    • Sensoren / Temperaturfühlern an allen relevanten Stellen
    • Brandmelder
    • automatische Abschaltung bei Temperaturüberschreitung an Sensoren

Betrieb:

  • Fernüberwachung
  • Benachrichtigung der Feuerwehr

Ein Einsatz der Feuerwehr würde sich auf Einsätze im Turmfuß bzw. auf die Sicherung des Umfelds konzentrieren. [14]

Behauptung der Infoschrift der Ortsgemeinde „Weisenheim am Berg“:
Können wir mit grünen Strom sicher sein“

Dort wird in Frage gestellt, ob unsere Stromversorgung möglicherweise mit regenerativen Stromerzeugungsquellen nicht so stabil und jederzeit ausreichend zur Verfügung stände wie heute.
Die Antwort dort ist ein ganz klares nein und man führt dort die Schwankungen der Produktion bei Wind- und Solarenergie an. Zudem wird eine Berechnung des ifo-Institut angeführt wonach 3.544 Pumpspeicherkraftwerke zur Glättung nötig wären.
Zu der angeblichen Berechnung des Ifo-Institut. Hierzu gibt es keine auffindbare offizielle Internetseite des Ifo-Institut. In einem Interview mit dem „mananger magazin online“ [15] spricht Herr Sinn vom ifo-Institut hingegegen von 400 Pumpspeicherkraftwerken. Aber auch diese Zahl dürfte aus der Luft gegriffen sein. Herr Sinn und sein Institut dürften hier wohl eher, als Befürworter der Atomkraft, ein Horrorszenarium verbreiten wollen.
Tatsächlich aber wurde unlängst im Projekt Kombikraftwerk 2 demonstriert und nachgewiesen, dass zukünftig in einem intelligenten Energiesystem mit 100% erneuerbaren Energiequellen die Stabilität des Stromnetzes gewährleistet bleibt. [16]

Auf Grund der renommierten Projektpartner aus Forschung und Industrie messe ich diesen Aussagen weit mehr Aussagekraft als der eines reinen Wirtschaftsinstitut ein. Hier wären Beispielhaft das Fraunhofer Institut aus der Forschung und die Siemens AG von Seiten der Industrie zu nennen. Aber auch noch weitere hochkarätige Partner haben dieses Projekt begleitet.[17]

Die Berechnungen aus diesem Projekt zeigen:

Eine sichere und stabile Stromversorgung Deutschlands aus 100% erneuerbaren Quellen ist zukünftig technisch möglich, wenn erneuerbare Erzeugung, Speicher und Backupkraftwerke mit erneuerbarem Gas intelligent zusammenwirken.

Des weiteren hat der Modellversuch gezeigt:

Erneuerbare Energien können technisch schon heute wichtige Systemdienstleistungen erbringen.

Des weiteren wird im Schlusswort der Informationsschrift der Gemeinde „Weisenheim am Berg“ noch auf die wirtschaftlichen und ökologischen Risiken hingewiesen.

Hierzu möchte ich auf eine aktuelle Studie hinweisen, in der nachfolgende Aussage als Fazit gezogen wird:

„Neue Wind- und Solarstromanlagen können Strom um bis zu 50 Prozent günstiger herstellen als neue Atomkraftwerke“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. So lautet das Ergebnis von Analysen der Prognos AG für die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragenen Denkfabrik. Die Analysen basieren auf den Vergütungssätzen für neue Atomkraftwerke in England sowie auf den Vergütungssätzen für Ökostrom gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz in Deutschland.

Ebenso wie Atomenergie ist auch die in Europa nicht kommerziell verfügbare Technologie des „Carbon Capture and Storage“ – die unterirdische Einlagerung von Kohlendioxid – eine teurere Variante des Klimaschutzes als die Stromproduktion aus Wind und Sonne.

Neben den Kosten der Stromerzeugung wurden in der Studie auch die Kosten für ein Stromerzeugungssystem abgeschätzt, in dem die wetterabhängige Einspeisung aus Wind- und Sonne durch gasbetriebene Reservekraftwerke ausgeglichen wird. Dabei zeigt sich, dass eine verlässliche Stromversorgung durch Wind- und Sonnenkraftwerke kombiniert mit Gaskraftwerken um 20 Prozent günstiger ist als eine Stromversorgung, die auf Atomkraft basiert.

„Der Wettbewerb um die kostengünstigste CO2-freie Stromerzeugung ist entschieden“, sagt Graichen. „Wind- und Sonnenenergie werden in Zukunft in immer mehr Ländern der Welt das Stromsystem prägen. Deutschland kann   gemeinsam mit anderen Vorreiterregionen   als Labor der Welt zeigen, wie sich eine stabile und günstige Stromversorgung auf Basis von Wind- und Solarenergie aufbauen lässt.“ [19]

Zum Thema Netzstabilität, Speicherbedarf und die Machbarkeit von 100% erneuerbare Stromerzeugung sei auch noch auf nachfolgende von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studien hingewiesen:

http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=742&Itemid=77

http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/02_Sondergutachten/2013_10_SG_Strommarktdesign_Eckpunktepapier.html

http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/02_Sondergutachten/2011_07_SG_Wege_zur_100_Prozent_erneuerbaren_Stromversorgung.html

Des weiteren wird der Beitrag der Windenergie zum Klimaschutz und dem Schutz vor den Risiken der Atomenergie in der Infoschrift der Gemeinde „Weisenheim am Berg“ in Frage gestellt.

Dort wird der angebliche Widerspruch zwischen dem Abschalten unserer und dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerken in Frankreich dargestellt und zu Recht auf die Gefahr der Verstrahlung von Deutschland bei einem Unfall dort hingewiesen.
Dann aber den Schluss daraus zu ziehen, wir sollten deshalb unsere Atomkraftwerke weiterlaufen lassen und somit das Risiko noch zu erhöhen, finde ich dann doch sehr absurd! Vielmehr sollten wir doch mit gutem Beispiel voran gehen und Frankreich und den anderen Ländern mit AKWs zeigen, dass es durchaus auch ohne Atomstrom geht.

Das aktuelle Beispiel, der in Großbritannien gestellten Forderung zu einer Förderung von AKW Strom nach Vorbild des EEG, zeigt eindringlich wie widersinnig das Vorhaben ist neue AKWs zu bauen. Neben den enormen laufenden Kosten sind hierbei, genauso wie bei unseren AKWs, noch nicht einmal die Folgekosten für die sichere Verwahrung der radioaktiven Abfälle berücksichtigt. Fast 11 Cent Vergütung will man für den dort zu erzeugenden Atomstrom pro kWh und das über garantierte 35 Jahre wobei hier auch noch ein Inflationsausgleich stattfinden soll. [20]

Um schnell genug zum Klimaschutz beitragen zu können ist der Bau von AKWs zudem viel zu zeitaufwendig, wie der aktuelle Neubau in Finnland und Frankreich zeigen [21] zudem laufen bei beiden Projekten die Kosten aus dem Ruder.
Ganz abgesehen von dem viel zu langen Zeitrahmen und die ausufernden Kosten für den Neubau von AKWs würden wir uns noch mehr in die Abhängigkeit von Energieträgerimporten, hier Uran, begeben. Der militärische Einsatz Frankreichs, in den Abbaugebieten für das von ihren Atomkraftwerken benötigte Uran, geschieht wohl kaum aus rein humanitären Gründen. [22]
Zudem ist auch der Rohstoff Uran endlich[23] und erzeugt in den Förderländern erhebliche radioaktive Umweltverschmutzung[24].

In dem Bericht an den Club of Rome wird die begrenzte Verfügbarkeit des Kernbrennstoff erläutert:

„…Aus den Uranvorkommen der Erde lassen sich bei weitem nicht die nahezu unbegrenzten Energiemengen gewinnen, von denen die Befürworter der Atomenergie manchmal sprechen.

…Die Problematik ergibt sich aus einem Mangel an Lagerstätten, in denen Uran in ausreichend hohen Konzentrationen vorkommt. Dies ist leicht zu verstehen, wenn man weiß, dass die für den Bergbau benötigte Energie stark ansteigt, sobald man Lagerstätten mit sehr niedrigem Erzgehalten erschließen möchte. Der Uranbergbau erfordert so viel Energie, dass das dabei produzierte Uran ab einem gewissen Punkt als Energiequelle nutzlos wird.

…Die sich daraus ergebende maximale Jahresproduktion wird hier deshalb mit 56 (2020), 54 (2025) bzw. 41 Kilotonnen (2030) angegeben. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine erhebliche Steigerung der Produktion von elektrischem Strom über Atomkraftwerke in den nächsten Jahren nicht erreicht werden kann – und zwar wegen einer Lieferbeschränkung des Brennstoff Uran.“

Aber auch die fossilen Lagerstätten sind endlich und verursachen zusehend einen höheren Energieverbrauch bei der immer aufwendigeren werdenden Förderung.[25] Auch hier wird irgendwann der Energiebedarf bei der Förderung den Energiegehalt des Energieträgers übersteigen und somit wird die Förderung unsinnig werden. Man spricht hierbei auch vom Erntefaktor [26].

Wenig bekannt sind auch die, neben dem für den Klimawandel verantwortlichen CO2 Emissionen, erheblichen Emissionen von Schwefeldioxid, Stickoxiden und Feinstaub [27]. Kohlekraftwerke sind in Europa darüber hinaus die größte Quelle der vom Menschen verursachten Freisetzungen von Quecksilber. Eine europäische Studie berechnete jüngst die Schadenswirkung von Quecksilber durch neurologische Schädigungen bei Kindern in der EU mit jährlich etwa 9 Milliarden Euro.
Auch beim Abbau von Steinkohle findet eine enorme Umweltzerstörung statt. In den USA werden ganze Berge weggesprengt, in Kolumbien ermorden Paramilitärs Bauern, die gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen protestieren, in Russland steigt die Sterblichkeit in den Kohlegebieten um 20 Prozent und in Südafrika wird das ohnehin schon knappe Grundwasser vergiftet.[28] Auch die radioaktive Umweltbelastung durch Öl- und Gasförderung sind nahezu unbekannt [29]. Selbst bei der Verbrennung von Kohle in den Kraftwerken wird Radioaktivität freigesetzt [30].

Fazit

Bei Berücksichtigung aller Fakten führt schlicht und einfach kein Weg an der Abkehr von endlichen hin zu unendlichen Energieträgern vorbei. Ohne den Mix aller Formen von erneuerbaren Energieträgern und einer Reduzierung des Energieverbrauches wird die Menschheit unweigerlich in sehr große, möglicherweise unlösbare Probleme hineinrutschen. Noch besteht die Hoffnung, durch einen möglichst schnellen Umstieg auf saubere regenerative Energieerzeugung, das Ruder herum zu reißen. Diese Chance dürfen wir nicht verstreichen lassen!

Für weitere Fragen, auch in einem persönlichen Gespräch, stehe ich gerne zur Verfügung.

Stefan Werner

Quellennachweis:

[1] http://www.windatlas.rlp.de/windatlas/

[2] http://www.energiestark.de/html/windenergie.html

[3] http://www.einspeisevergütung.info/?page_id=4

[4] http://blog.100-prozent-erneuerbar.de/wordpress/2013/06/21/aktuelle-analyse-von-agora-energiewende-und-fraunhofer-iwes-bestatigt-ergebnisse-der-100-prozent-erneuerbar-stiftung/

[5] http://www.buergerforum-ueberwald.de/t1337f108-XVII-Sitzung-der-Gemeindevertretung.html#msg6854

[6] http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1089216

http://www.tagesschau.de/ausland/klimabericht104.html

http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/klimareport-haeufiger-40-grad-und-darueber-77575.html

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/n24-netzreporter/d/4455836/die-menschheit-ist-am-ende.html

[7] http://www.photovoltaikbuero.de/pvBueroBlog/EntryId/222/Preistreiber-EEG-Paradoxon

http://www.photovoltaikforum.com/magazin/wirtschaft/boersenstrom-deutschland-guenstiger-als-new-york-1552/

[8] http://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/buergerenergie-eigentuemerstruktur-und-installierte-leistungen-der-anlagen

[9] http://www.peak-oil.com/2013/05/deutschland-2012-fossil-importe-kosten-100-milliarden-euro/

[10] http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/geld-und-leben/wald-holz-wirtschaft-100.html

[11] http://www.buergerforum-ueberwald.de/t988f27-Herr-Moroff-schreibt-einen-Brief-an-die-Milchmaedchen-von-der-BfW.html#msg4120

[12] http://www.dnr.de/downloads/windkraft-im-wald-23-08-10.pdf

[13] http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/umwelt/infraschall/

[14] http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/umwelt/unfallgefahr-brandschutz/

[15] http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/hans-werner-sinn-vom-ifo-institut-ueber-windenergie-und-energiewende-a-950237.html

[16] http://www.kombikraftwerk.de/kombikraftwerk-2/projektinformationen-kombikraftwerk2.html

[17] http://www.kombikraftwerk.de/kombikraftwerk-2/partner-kombikraftwerk-2.html

[18] http://www.kombikraftwerk.de/kombikraftwerk-2/projektergebnisse.html

[19] http://www.agora-energiewende.de/themen/optimierung/detailansicht/article/klimaschutz-wird-mit-erneuerbaren-deutlich-preiswerter-als-mit-atomkraft/

[20] http://www.taz.de/!125931/

[21] http://www.iwr.de/news.php?id=25681

http://www.energiestiftung.ch/energiethemen/energiepolitik/klimawandel/klimaschutz/

[22] http://umweltfairaendern.de/2014/01/uran-rohstoffe-konflikt-deutsche-militaereinsaetze-in-afrika-als-sicherheit-fuer-europa/

[23] http://greendelicious.de/2013/11/der-geplunderte-planet-ugo-bardi/

http://www.clubofrome.org/?p=6189

[24] http://www.energiewendebuendnis.de/Uranabbau/uranabbau.html

[25] http://www.bund-lemgo.de/download/2013_EWG-Studie_Fossile_Versorgungssituation.pdf

[26] http://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor

[27] http://www.buergerforum-ueberwald.de/t1190f162-WAS-KOHLESTROM-WIRKLICH-KOSTET.html

[28] http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2029788/#/beitrag/video/2029788/ZDFzoom-Boese-Mine—gutes-Geld

[29] http://www.planet-wissen.de/natur_technik/atomkraft/atommuell/erdoel.jsp

[30] http://www.duesseldorf-astrhein.de/documents/BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken_11_2008.pdf

 

 

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Veröffentlicht von

Bürger für Wald-Michelbach

Bürger für Wald-Michelbach Kontaktpersonen: Stefan Werner Binzig 14b 69483 Wald-Michelbach - Dirk Hennrich Im Weidenklingen 6 69483 Wald-Michelbach - Jörg Maletz Forsthausstr. 23 69483 Wald-Michelbach Kontakt: bfw@hotmail.de

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